Studie: Negative Folgen für Bewegung und Gewicht durch den November-Lockdown

Der "Lockdown Light" hat im November begonnen und erneut sind wir mit Themen wie Social Distancing, Home Office und Kurzarbeit konfrontiert. Diese Ausnahmesituation hat den Alltag vieler Menschen enorm verändert und es gibt zahlreiche Auswirkungen auf unser Leben.

Wir haben eine Studie durchgeführt um in Erfahrung zu bringen, ob die sozialen Folgen von Covid-19 unser Körpergewicht beeinflussen und wenn ja, in welchem Ausmaße.

Diese Studie zeigt zudem auf, wie wir unser Leben neu gestalten müssen, um unsere Gesundheit weiterhin gewährleisten zu können und die Herausforderungen der Pandemie zu begegnen.

Die Ergebnisse im Überblick

Im Gesundheitssektor gibt es kaum ein Problem, das so schwer wiegt wie Übergewicht. Immer mehr Menschen leiden darunter und tragen gesundheitliche Folgen. Die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Personen steigt jedes Jahr und damit ist diese Entwicklung eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Die Ergebnisse unserer Corona-Studie sind alarmierend und zeigen auf, dass die Gewichtszunahme in Deutschland durch die Covid-19 Krise weiter befeuert wird.

Unsere Studienergebnisse:

  • Die Einschränkungen im November (Lockdown-Light) haben deutliche Auswirkungen auf das Körpergewicht. Innerhalb der ersten zwei Wochen beklagen 37% der Befragten eine Gewichtszunahme. Etwa 50% der Betroffenen haben zwischen 1 kg und 3 kg zugenommen, etwa 30% zwischen 3 kg und 5 kg.
  • Etwa 65% der Befragten gaben an sich im November bisher deutlich weniger Sport getrieben zu haben als vor den Lockdown-Light Beschränkungen.
  • Frauen haben tendenziell mehr zugenommen als Männer.
  • Gründe für die Gewichtszunahme: Regelmäßige Snacks, Bewegungsmangel, Fastfood.
  • Personen im Homeoffice nehmen eher zu als Personen, die auswärts arbeiten.
  • Eltern, vor allem Alleinerziehende, haben stärker zugenommen als der Durchschnitt.
  • 62% der Befragten war vor der Umfrage nicht bewusst, dass sie zugenommen haben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Lockdown-Studie zusammengefasst

Bewegung

Erkenntnisse zur Bewegung im Lockdown-Light

  • 59% der Befragten gaben an, dass sie durch den Lockdown-Light im November weniger Bewegung haben als zuvor.
  • Wer im Homeoffice ist, hat häufiger weniger Bewegung als Personen mit auswärtigem Arbeitsort.
  • Städter haben einen größeren Einbruch an Bewegung als Menschen die ländlich wohnen.
  • 17% der Befragten haben im November mehr Bewegung gehabt als zuvor. 72% von ihnen arbeiten im Homeoffice.

So kommt die Veränderung in der Bewegung zustande

Der Lockdown-Light im November hat tiefe Einschnitte in unser Leben gebracht. Sportvereine sind geschlossen und wir sind angehalten Social Distancing zu betreiben. Hinzu kommt, dass sehr häufig aus dem Homeoffice gearbeitet wird, um Begegnungen im Büro zu vermeiden. Fehlender Sport, ein Wegfall des Arbeitsweges und geringe soziale Interaktion reduzieren die tägliche Bewegung. Viele Freizeitaktivitäten wurden erheblich eingeschränkt und ein Großteil der Befragten verbringt die Freizeit zu Hause, beispielsweise auf der Couch.

Wer im Homeoffice arbeitet, hat größere Bewegungseinbußen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass keine Anreise ins Büro mehr anfällt, keine gemeinsamen Spaziergänge in der Mittagspause stattfinden und in der eigenen Wohnung die Wege zwischen Schreibtisch, Küche und Badezimmer kleiner sind als im Büro.

In ländlichen Regionen ist die Bevölkerungsdichte geringer und Freizeitaktivitäten finden öfter unter freiem Himmel statt als in der Stadt. Wanderungen und Spaziergänge werden seltener eingestellt als in der Stadt.

Ein Teil der Befragten gab an sich jetzt mehr zu bewegen. Das liegt vor allem daran, dass zu Hause Sport getrieben wird. Die beliebtesten Möglichkeiten sind hier Video-Sportkurse und Hanteln. Zahlreiche Befragte haben damit bereits im ersten Lockdown Erfahrungen sammeln können.

Ernährung

Erkenntnisse zur Ernährung im Lockdown-Light

  • Bei 22% der Befragten hat sich die Ernährung gefühlt verbessert, bei 31% der Befragten hat sie sich gefühlt verschlechtert.
  • Wer auswärts arbeitet hat häufiger einen negativen Effekt auf die Ernährung erlitten als Personen im Homeoffice.
  • 46% der Befragten gaben an weniger frische Lebensmittel zu kaufen.
  • 74% gaben in unserer Umfrage an, dass sie seit dem Lockdown-Light häufiger Essen bei Lieferdiensten bestellt haben.
  • 43% sehen Essen häufiger als Belohnung als zuvor.
Die Ernährung hat sich im Corona Lockdown verschlechtert

So kommt die Veränderung in der Ernährung zustande

Der Lockdown-Light hat viele Menschen dazu bewegt häufiger zu Hause zu essen. Kantinen und die Gastronomie sind geschlossen und es gibt wenige Alternativen zu selbst zubereiteter Nahrung. Die Befragten die ihre Ernährung nun als gesünder einschätzen, kochen deutlich häufiger selbst mit frischen Zutaten. Befragte die ihre Ernährung ungesünder einschätzen bereiten ebenfalls ihr Essen häufiger selbst zu, greifen hier jedoch regelmäßig auf Fastfood zurück.

Während im Homeoffice öfter selbst gesund gekocht wird, sorgt der Stress des Arbeitsweges und des Arbeitsplatzes dafür, dass tendenziell eher Fastfood gegessen wird. Vor allem Alleinerziehende gaben häufig an, dass zum Kochen wenig Zeit bleibt.

Viele Menschen versuchen ihre sozialen Kontakte stark einzuschränken. Als Problem wird hier auch der Gang in den Supermarkt genannt. Zahlreiche Betroffene gehen nun seltener einkaufen und kaufen vermehrt haltbare Lebensmittel und weniger verderbliche Nahrung.

Die enorme Zunahme an Bestellungen bei Essenslieferanten ist durch die Schließung der Gastronomie zu erklären. Viele der Befragten gaben ab, dass sie auf diese Weise die Gastronomiebranche unterstützen wollen.

Es fehlen zuvor übliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Menschen weichen auf Essen aus um sich für berufliche und soziale Erfolge zu belohnen und Gemeinschaft in der Familie zu verspüren.

Alkohol während des Lockdown-Lights

Unternehmen wie Payback haben in den erhobenen Daten festgestellt, dass der Absatz von Alkohol in der Zeit der Kontaktbeschränkung einen spürbaren Anstieg erlebt hat. Nach unserer Online-Umfrage ist dies auch im November erneut der Fall.

  • 33% der Befragten gaben an seit dem 1. November mehr Alkohol als üblich konsumiert zu haben. Bei nur 8% ist der Alkoholkonsum geringer ausgefallen als normal.
  • Überwiegend wird der Alkohol in Form von Bier oder Wein am Abend getrunken.

Wir haben in einer nachgeschobenen Umfrage unter den Alkoholkonsumenten folgende Begründung für den gesteigerten Konsum ermittelt:

  • Es werden größere Mengen getrunken, da es zu Hause günstiger ist als in einer Gastronomie.
  • Langeweile verleitete viele zum Trinken.
  • Ausfallende Geburtstage und andere Feiern verleiten zum Trinken.
Corona Lockdown: Mehr Alkoholkonsum

Die Effekte der Kurzarbeit

Zahlreiche Menschen in ganz Deutschland wurden in Kurzarbeit geschickt um weggebrochene Umsätze besser abfangen zu können. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur weniger Gehalt, sondern auch mehr Freizeit. Dies wirkt sich vielseitig auf die Befragten aus.

Wenig Bewegung, mehr Essen

  • 81% der Befragten verbringt die neugewonnene Freizeit überwiegend zu Hause.
  • 37% gibt an, dass durch Kurzarbeit öfters zu einem kleinen Snack gegriffen wird.
  • Nur 6% nutzt die Zeit für Sport und Bewegung.
  • Bei 39% der Befragten kommt regelmäßig Langeweile auf, die teilweise mit Essen bekämpft wird.
Kurzarbeit sorgte für weniger Bewegung

Unterschiede zum ersten Lockdown

Zum Ende des Monats März wurde der soziale Kontakt in Deutschland stark eingeschränkt, um die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie abzuschwächen. Auch hier wurde bei verschiedenen Umfragen festgestellt, dass dies Auswirkungen auf den Körper der Betroffenen hat. Der Lockdown-Light im November unterscheidet sich allerdings in der Wahrnehmung der Befragten.

  • 41% gaben in der Umfrage an, dass sie die Einschränkungen im November im Vergleich zum ersten Lockdown schlimmer empfinden.
  • Über die Hälfte (52%) der Befragten geht davon aus, dass der November-Lockdown nicht der letzte sein wird.
  • Die kürzeren Tage führen dazu, dass die Befragten weniger Zeit an der frischen Luft und an der Sonne verbringen.
  • Die kalten Temperaturen tragen dazu bei, dass Outdoor-Aktivitäten unattraktiver werden.
Der November-Lockdown wird als schlimmer empfunden

Eltern im Lockdown-Light

Eltern sind in der heutigen Zeit so oft wie noch nie zuvor einer Doppelbelastung aus Arbeit und Erziehung ausgesetzt. Da vor allem ältere Personengruppen durch die Covid-19 Pandemie gefährdet sind, fallen die Großeltern der Kinder regelmäßig als unterstützende Kraft aus. Die Kinder verbringen mehr Zeit zu Hause und die Eltern werden stärker belastet. Dies führt dazu, dass weniger Zeit für Bewegung bleibt und der Stresslevel steigt.

Vor allem Eltern scheinen unter den Kontakteinschränkungen zu leiden:

  • 61% der Eltern scheuen sich davor ihre Kinder vorübergehend den Großeltern. anzuvertrauen, da diese zu einer Risikogruppe zählen.
  • 64% geben an, dass die Kinder eine zeitintensivere Betreuung im Haus benötigen.
  • Nur 4% der Befragten vermeldeten, dass die zusätzliche Zeit mit den Kindern zu mehr Bewegung führt.
Eltern leiden besonders unter dem zweiten Lockdown

Die Auswirkungen auf den Gemütszustand

Der November-Lockdown hat überwiegend negative, aber auch einen positiven Effekt auf den Gemütszustand der Befragten.

  • Vor allem die Punkte "Einsamkeit" (36%) und "Trägheit" (27%)) sorgen für eine negative Entwicklung.
  • Der gefühlte Stress hat dafür bei 39% abgenommen.
  • Einsam fühlen sich mit 87% vor allem Menschen in Ein-Personen-Haushalten im Homeoffice.
Auch der Gemütszustand wird durch die harten Corona-Maßnahmen beeinflusst

So kann man die negativen Effekte auf das Gewicht im Lockdown-Light bekämpfen

Mehr Bewegung im Alltag und regelmäßiger Sport

Unsere Studie hat gezeigt, dass viele Menschen sich nicht ausreichend bewegen. Das führt schnell zu einem Abbau von Muskelmasse und einem Kalorienüberschuss. Sich ausreichend zu bewegen ist zwar eine Herausforderung, doch sie ist mit den folgenden Tipps zu meistern:

 

  • Durch Homeoffice, kurze und kalte Tage, sowie Kontaktbeschränkungen und Schließung von Sportstätten entsteht ein Mangel an Bewegung.
  • Mindestens 3x in der Woche sollte 50 Minuten Ausdauersport betrieben werden
  • Die beste Möglichkeit bieten hier Joggen und Videosportkurse
  • Jede Gelegenheit zur Bewegung sollte genutzt werden. Dazu zählt beispielsweise die Fortbewegung mit dem Fahrrad, das Meiden des Aufzugs und Spaziergänge in der Mittagspause.
  • Das Sitzen am Schreibtisch sollte regelmäßig durch Stehen oder Gehen abgelöst werden.

Eine gesunde und kalorienarme Ernährung

Der Lockdown-Light führt für viele Betroffene unweigerlich zu einem reduzierten Kalorienverbrauch. Zahlreiche Aktivitäten sind nicht mehr durchführbar und führt dazu, dass ein Großteil der Freizeit zu Hause verbracht wird.

Die neue Realtität erfordert, dass auch die Ernährung auf sie angepasst wird.

 

  • Jeder Mensch der Gewicht verlieren will sollte seinen Kalorienbedarf möglichst exakt ermitteln.
  • Es ist ein tägliches Kaloriendefizit von 300 kcal anzustreben.
  • Fastfood und industriell gefertigte Lebensmittel sollten vermieden werden.
  • Frische und natürliche Lebensmittel sollten den überwiegenden Teil der Ernährung ausmachen.
  • Ein (digitales) Ernährungstagebuch ermöglicht es eigenes Fehlverhalten schnell aufzudecken und Kalorien zu zählen.
  • Alkohol stark reduzieren oder komplett vermeiden.
  • Ausschließlich Wasser, Tee und Kaffee trinken.
  • Kleine und gesunde Snacks planen und vorbereiten.

Den neuen Alltag strukturieren und planen

Die Covid-19 Pandemie hat dazu geführt, dass etablierte Abläufe hinfällig geworden sind und sich der Alltag vieler Menschen verändert hat. Soziale Isolation, mehr Freizeit und ein eingeschränkter Freiraum sind nur wenige der Änderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Um die entstandenen Lücken sinnvoll zu füllen, muss Struktur in den Tagesablauf gebracht werden.

 

  • Hilfreich sind Tages- und Wochenpläne.
  • Neue Freizeit mit Sport oder einem neuen Hobby füllen.
  • Einkäufe planen, Einkaufszettel schreiben, keine spontanen Einkäufe tätigen.
  • Alkohol aus dem Haus verbannen, Abende lieber mit Bewegung, Büchern, Spielen, oder anderen Hobbys gestalten.
  • Zeit für bewusste Erholung schaffen, Homeoffice nutzen um regelmäßige kleine Pausen in den Arbeitsalltag zu integrieren.
  • Den Kontakt zur Familie und Freunden routinemäßig per Videotelefonie herstellen.

Soziales Feedback durch Eigenmotivation ersetzen

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen bekommen wir nicht mehr in regelmäßigen Abständen Feedback der Gesellschaft und sind darauf angewiesen und selbst in die richtigen Bahnen zu lenken. Hier hilft es enorm sich Ziele zu stecken und diese ambitioniert zu verfolgen. Die folgenden Tipps sind dabei hilfreich:

 

  • Tages-, Wochen- und Monatsziele stecken und schriftlich festhalten
  • Ziele visualisieren, Freude beim Verfolgen entwickeln
  • Den Abnehmfortschritt dokumentieren
  • Sich regelmäßig an das eigene Vorhaben erinnern
  • Für jeden Zwischenerfolg mit einer Kleinigkeit belohnen
  • Nutze diese Krise für dein persönliches Wachstum!

Die Familie in den Prozess einbinden

Die Familie ist ein wichtiger Anker im Leben. Dieser Anker trägt allerdings häufig dazu bei, dass an alten Gewohnheiten festgehalten wird und Veränderungen schwerfallen. Benimmt man sich ungewohnt, fällt das im Kreise der Liebsten schnell auf. Aus diesem Grund sollte man Beobachtungen und Vorhaben stets miteinander besprechen. Zieht die Familie an einem Strang und teilt das selbe Ziel, ist das unglaublich motivierend und räumt Hindernisse aus dem Weg.

 

  • Kinder sind die perfekten Unterstützer um gemeinsam mehr Bewegung zu bekommen.
  • Der Partner kann beim gesunden Kochen, Einkaufen und Sporttreiben helfen und ebenfalls abnehmen.
  • Bei Rückfällen und Heißhungerattacken hat man einen Verbündeten, der an die Ziele erinnert.
  • Gemeinsam erfolgreich zu sein stärkt den Zusammenhalt.

Ein gesunder Schlaf und weniger Stress

Für den Großteil der Berufstätigen hat die Covid-19 Pandemie und ihre Auswirkungen dazu geführt, dass der Stress im beruflichen Alltag gesunken ist. Dennoch werden zahlreiche Menschen regelmäßig von Sorgen und Ängsten geplagt. Sie führen zu Stress, irrationalem Verhalten und beeinflussen das Essverhalten. Aufgrund der fehlenden Strukturen leidet die Schlafqualität. Mit folgenden Maßnahmen bekommt man sie wieder in den Griff.

 

  • Tagespläne bringen Ruhe und Gelassenheit.
  • Sinnvolle Freizeitaktivitäten
  • Sport am Abend
  • Regelmäßige Schlafenszeiten
  • Absolute Dunkelheit im Schlafzimmer
  • Keine digitalen Geräte 30 Minuten vor dem Schlafengehen.
  • Gedanklich mit dem aktuellen Tag abschließen und den nächsten Tag planen

Die Folgen des Lockdowns erfolgreich bekämpfen

Fakten und Hintergrundwissen zu dieser Studie

Wer ist Urheber dieser Studie?

Die Studie wurde von Fitness Vital durchgeführt, ausgewertet und interpretiert.

Wie wurden die Datensätze erhoben?

Besucher der Website www.fitness-vital.net sowie Bestandskunden wurden um eine freiwillige Teilnahme an einer Online-Umfrage gebeten. Insgesamt haben 3711 Personen teilgenommen, woraus 3515 qualifizierte Datensätze für diese Studie entstanden sind. Der Fragebogen umfasste 30 Fragen zu dem Verhalten der Befragten. Alle Daten wurden anonymisiert gespeichert.

Wieso wurde diese Studie durchgeführt?

Das Ziel der Studie war es, verlässliche Daten darüber zu gewinnen, wie der im November verhängte Lockdown-Light das Leben, die Gesundheit und das Gewicht der Befragten beeinflusst.

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