Sekundäre Pflanzenstoffe – Wirkung, Liste und Definition

by Alex Holzhammer
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Sekundäre Pflanzenstoffe – Wirkung, Liste und Definition

Sekundäre Pflanzenstoffe wurden in den letzten Jahren immer besser erforscht und auch wir reden häufig von ihnen. Doch was sind sekundäre Pflanzenstoffe eigentlich? Hier wirst du erfahren, was es damit auf sich hat, wofür dein Körper sie braucht, welche unterschiedlichen Stoffe es gibt und welche ungeklärten Fragen die Wissenschaft beschäftigt.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Es handelt sich bei sekundären Pflanzenstoffen um chemische Verbindungen, die in den Zellen der Pflanze hergestellt werden, für sie aber nicht überlebenswichtig sind. Sie haben in den letzten Jahrzehnten große Aufmerksamkeit genossen, da ihre Wirkungsweise auf den Menschen zunehmend besser erforscht wurde und man die enorme Wichtigkeit erkannte.

Für die Pflanze sind sie zwar nicht lebensnotwendig, dienen allerdings indirekt dem Überleben. Einige sekundäre Pflanzenstoffe locken beispielsweise Insekten zur Pollenverbreitung an, oder dienen als Abwehrmaßnahme gegen Fressfeinde.

Insgesamt sind etwa 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe nachgewiesen worden. Allerdings kommen von ihnen nur circa 10% in Pflanzen vor, die uns als Nahrungsquelle dienen.

Kurz zusammengefasst:

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Inhaltstoffe einer Pflanze, die für sie nicht lebensnotwendig sind und einen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben.

Sekundäre Pflanzenstoffe Definition

Sekundäre Pflanzenstoffe sind nicht lebensnotwendige chemische Verbindungen, die im Sekundärstoffwechsel einer Pflanze hergestellt werden. Sie können in die folgenden vier Gruppen unterteilt werden:

  • Alkaloide
  • Aminosäuren
  • Isoprenoide Verbindungen
  • Phenolische Verbindungen

Einige sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Phytinsäure gehören keiner der genannten Gruppen an und können bisher von der Wissenschaft nicht genau zugeordnet werden.

Die Aufgaben der sekundären Pflanzenstoffe für die Pflanze

Sekundäre Pflanzenstoffe sichern das Überleben der Pflanze

Die Natur arbeitet sehr effizient und jeder Inhaltsstoff einer Pflanze dient einem Zweck. So ist es auch bei den sekundären Pflanzenstoffen. Lange Zeit haben sie Wissenschaftlern Kopfzerbrechen bereitet, doch heute sind sie deutlich besser  erforscht.

Ihre Funktionsweisen können in zwei Gruppe unterteilt werden:

  • Eigenschutz
  • Lockstoffe

Eigenschutz wird beispielsweise durch die Abwehr von Krankheitserregern erreicht. Hier sind Cannabinoide die prominentesten Vertreter. Eine Pflanze kann auch ohne sie überleben, allerdings wird so mit diesen sekundären Pflanzenstoffen seltener von Krankheitserregern befallen.

Ebenfalls dem Eigenschutz dienend sind jene Pflanzenstoffe, die vor Fressfeinden schützen. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem die Tannine und Alkaloide. Sie machen die Pflanze unattraktiv für viele Pflanzenfresser und sichern somit ihren Fortbestand.

Eine Pflanze ist auf Sonnenstrahlung angewiesen, doch wird sie zu intensiv, kann sie zu Schädigungen führen. Um sich davor schützen zu können, werden beispielsweise sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Flavonoide gebildet.

Auch mechanische Bedrohungen können einer Pflanze gefährlich werden. Aus diesem Grund ist eine harte Außenschicht für Verteidigung notwendig. Damit diese aufgebaut werden kann, sind werden beispielsweise der sekundäre Pflanzenstoff Lignin gebildet. Er verholzt Teile der Pflanze und sorgt somit für ihre Druckfestigkeit und Beständigkeit des Gewebes.

Damit der Fortbestand der Pflanze gesichert werden kann, ist sie auf die Verbreitung ihrer Pollen angewiesen. Hier spielen Insekten eine große Rolle. Damit diese die Blüte finden, geben sich Pflanzen mit Lockstoffen und Farben große Mühen sie anzulocken. Auch dies wird durch sekundäre Pflanzenstoffe, beispielsweise Terpene, erreicht.

Kurz zusammengefasst:

Sie tragen zum Fortbestand der Pflanzen bei, indem sie die Verbreitung der Pollen fördern, Krankheitserreger abwehren und Fressfeinde vergraulen.

Sekundäre Pflanzenstoffe – Wirkung für den Menschen

Der Mensch hat eine Vielzahl von Pflanzen auf seinem Speiseplan und der Organismus ist auf ihre Inhaltsstoffe angewiesen. Vor allem in der Naturheilkunde wird ihnen ein enormer Stellenwert zugesprochen. Hier nennt man sie oft Phytamine, in Anlehnung an das Wort Vitamine. Dies soll ihre gesunde Wirkungsweise betonen.

Sekundären Pflanzenstoffen werden viele Wirkungen nachgesagt und einige konnten bereits in Studien belegt werden. Andere wiederum sind noch umstritten. Nachfolgend findest du die gängigen Wirkungen sekundärer Pflanzenstoffe:

Regulierung des Blutdrucks

Bluthochdruck tritt vor allem in Industrienationen immer häufiger auf und zählt zu den gefährlichsten Zivilisationskrankheiten. Verengen sich die Blutgefäße, steigt der Blutdruck und damit auch die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden. Sekundäre Pflanzenstoffe können hier helfen. Beispielsweise findet Resperin seit Jahrhunderten in der indischen Medizin Anwendung. Auch natürliche Blutverdünner wie Nattokinase werden aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe gegen Bluthochdruck eingesetzt.

Senkung des Blutzuckerspiegels

Sekundäre Pflanzenstoffe können den Blutzuckerspiegel senken

Eine ungesunde Ernährung, Stress und zu wenig Bewegung führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel vieler Menschen dauerhaft zu hoch ist. Die Folge davon ist eine immer stärkere Verbreitung von Diabetes mit schlimmen gesundheitlichen Auswirkungen.

Phytinsäure kann als sekundärer Pflanzenstoff dazu beitragen, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Ashwagandha tragen dazu bei, da sie Stresssymptome lindern.

Ist dein Blutzuckerspiegel zu hoch? Hier findest du Tipps.

Eine bessere Verdauung

Unser moderner Lebensstil ist ungesund für unsere Verdauung. Stress, wenig Schlaf, zahlreiche Giftstoffe wie Nikotin und Alkohol und viele fettige Speisen sind der Grund. Wer die Verdauung fördern möchte, kann hier auf zahlreiche Gewürze wie beispielsweise Thymian und Petersilie zurückgreifen. Sie enthalten Polyphenole, die eine gesunde Wirkung auf den Verdauungstrakt haben.

Senkung des LDL-Cholesterinspiegels

Steigt der ungesunde LDL-Cholesterinspiegel an, kann das zahlreiche Folgen für den Menschen haben. Meist ist eine unausgewogene Ernährung die Ursache für eine solche Entwicklung. In nahezu allen Pflanzen sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu einer Senkung beitragen. Sie werden Phytosterine genannt. Einen sehr positiven Einfluss haben hier Saponine. Sie sind in sehr hoher Konzentration in Tribulus Terrestris enthalten.

Entzündungshemmende Wirkung

Entzündungen sind etwas vollkommen Normales, sie können aber dennoch gefährlich werden. Treten zu viele gravierende Entzündungen auf, kann es zu Komplikationen kommen. Um Entzündungen hemmen zu können, braucht der Körper sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Saponine und Flavonoide.

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Die Thrombosegefahr reduzieren

Thrombose ist nicht nur, aber vor allem in älteren Bevölkerungsgruppen, ein weit verbreitetes Problem. Bilden sich Blutgerinnsel, können diese die Blutgefäße verstopfen. Sulfide, die beispielsweise in Knoblauch vorkommen, können hier für Abhilfe sorgen und die Thrombenbildung bremsen. 

Freie Radikale einfangen

Freie Radikale sind schädlich für den menschlichen Organismus. Das liegt unter anderem daran, dass sie die Entstehung von Krebszellen begünstigen und viele weitere negative Begleiterscheinungen haben. Antioxidative Stoffe können sie einfangen und neutralisieren. Hier spielen vor allem sekundäre Pflanzenstoffe wie Liponsäure und Ginsenoside eine große Rolle. In Ginseng findest du sie in besonders hohem Maße. Auch Vitamin C und Vitamin E zählen zu den Antioxidantien.

Vorbeugung von Infektionen

Sekundäre Pflanzenstoffe können das Immunsystem des Körpers stärken und so dazu beitragen, dass Infektionen verhindert werden. Vor allem das Abtöten von Bakterien wird durch die Einnahme von Phenolsäuren begünstigt. Sie sind in vielen verschiedenen Früchten enthalten, beispielsweise in schwarzen Johannisbeeren, Pflaumen, Kirschen und Äpfeln.

Kurz zusammengefasst:

Sekundäre Pflanzenstoffe haben viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Einige von ihnen sind:

  • Regulierung des Blutdrucks
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Verbesserung der Verdauung
  • Senkung des LDL-Cholesterinspiegels
  • Entzündungshemmung
  • Thromben beseitigen
  • Freie Radikale bremsen
  • Infektionen vorbeugen

Was unterscheidet sekundäre Pflanzenstoffe von primären Pflanzenstoffen?

Primäre Pflanzenstoffe nennen wir meist Nährstoffe. Sie treten in Form von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen auf. Ihre Aufgabe in der Pflanze ist der Aufbau von Zellen und sie sind darüber hinaus am Energiestoffwechsel beteiligt.

Sekundäre Pflanzenstoffe bedienen Zwecke, die nicht direkt lebensnotwendig für die Pflanze sind. Darunter fällt beispielsweise das Anlocken von Insekten und das Fernhalten von Fressfeinden.

Liste Sekundäre Pflanzenstoffe und Lebensmittel

Nachfolgend findest du eine Liste der bekanntesten sekundären Pflanzenstoffe, sowie deren Vorkommen in Lebensmitteln. Zudem findest du einige Informationen über deren Wirkungsweise. 

Sekundäre Pflanzenstoffe u.a. in folgenden Lebensmitteln enthalten Gesundheitseffekte für den Menschen
Car­o­tin­o­i­de Kar­ot­ten, grün­er Ge­mü­se (z.B. Spi­nat), Grape­fruit, A­pri­ko­sen, To­ma­ten, Pap­ri­ka verringertes Risiko für Herz-Kreis­lauf-Krank­heit­en und altersbedingte Augenkrankheiten, an­ti­ox­i­da­tiv, ent­zün­dungs­hem­mend, im­mun­mo­du­lier­end
Flavonoide Äp­fel, Trau­ben, Bir­nen, Beer­en­, Au­ber­gin­en, Zwie­beln, So­ja, Tee (grün, schwarz) Verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an­ti­ox­i­da­tiv, an­ti­throm­bo­tisch, blut­druck­sen­kend, ent­zün­dungs­hem­mend,im­mun­mo­dul­ier­end, an­ti­bi­o­tisch
Glu­co­si­no­la­te Kohl­, Ret­tich, Senf, Ra­dies­chen, Kres­se verringertes Risiko für bestimmte Krebsarten, an­ti­ox­i­da­tiv, im­mun­mo­dul­ier­end
Mo­no­ter­pen­e Küm­mel, Min­ze, Zi­tro­ne cho­les­ter­ol­sen­kend, an­ti­kan­zer­o­gen
Phe­nol­säur­en Kaffee, Weiß­wein, Nüs­se, Tee, Voll­korn­ Antioxidativ, verringertes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen
Phy­tos­ter­ol­e Leinsamen, Ge­trei­de, Hül­sen­früch­te chol­es­ter­ol­sen­kend
Sa­po­ni­ne So­ja, Spar­gel, Ha­fer, Hül­sen­früch­te, Erdburzeldorn an­ti­kan­zer­o­gen, an­ti­bi­o­tisch
Sul­fi­de Hül­sen­früch­te, Nüs­se, Sa­men ver­ring­er­tes Ri­si­ko für be­stimm­te Krebs­krank­heit­en, an­ti­bi­o­tisch, an­ti­ox­i­da­tiv, an­ti­throm­bo­tisch, blut­druck­sen­kend, chol­es­ter­ol­sen­kend

Isolierte sekundäre Pflanzenstoffe und deren Einnahme

Sekundäre Pflanzenstoffe Einnahme - Am besten als Extrakt

Einige Händler bieten sekundäre Pflanzenstoffe in reiner Form an. Sie sollen dabei helfen verschiedenen Krankheitssymptomen vorzubeugen und die Gesundheit fördern. Wir können von der Einnahme prinzipiell nur abraten, da die Konzentration sehr hoch ist und die isolierte Einnahme kaum erforscht ist.

Deutlich nachhaltiger und gesünder ist es, frische Pflanzen, oder das Pulver der gemahlenen Pflanzen zu sich zu nehmen. So nimmt man sekundäre Pflanzenstoffe in einer für den Körper gewohnten Menge zu sich und beugt Nebenwirkungen und Überdosierungen vor.

Es ist noch zu wenig über die Wirkung bekannt, doch es liegt auf der Hand, dass die sekundären Pflanzenstoffe und Verbindung mit enthaltenen Nährstoffen, anderen Wirkstoffen und Vitaminen gemeinsam ihre Wirkung entfalten.

Kurz zusammengefasst:

Zu isolierten Produkten sollte man Abstand halten, da es eine hohe Gefahr der Überdosierung gibt.

Sind sekundäre Pflanzenstoffe überlebensnotwendig?

Welche Wirkstoffe für den Menschen essentiell, also lebensnotwendig sind, hat sich im Laufe der Forschungsgeschichte schon mehrfach geändert. Nach aktuellem Kenntnisstand sind sekundäre Pflanzenstoffe jedoch nicht essentiell. Der Körper kann sie zwar nicht selbst produzieren, jedoch ohne sie auskommen.

Dennoch deutet einiges darauf hin, dass der Verzehr von frischen und getrockneten pflanzlichen Lebensmitteln erheblich zur Aufrechterhaltung der Gesundheit beträgt. Sekundäre Pflanzenstoffe spielen hier eine wichtige Rolle. Es ist davon auszugehen, dass zukünftige Forschungen weitere Erkenntnisse bringen werden und auf dem Feld noch viele Informationen im Verborgenen liegen.

Kurz zusammengefasst:

Nein, sekundäre Pflanzenstoffe sind nicht essentiell für den Menschen.

Wie viele sekundäre Pflanzenstoffe brauchen wir?

Bei Nährstoffen und Vitaminen ist gut erforscht, in welchen Mengen unser Körper sie benötigt. Bei sekundären Pflanzenstoffen ist dies noch nicht der Fall. Schätzungsweise nimmt ein gesunder Mensch 1,5 am Tag zu sich. Aufgrund der hohen Vielfalt ist schwer festzuhalten, wie die genaue Zusammensetzung ist.

Die Qualität der sekundären Pflanzenstoffe

Ähnlich wie bei Nährstoffen haben sekundäre Pflanzenstoffe nicht alle dieselbe Qualität für den menschlichen Körper. Während dieser Proteine aus Eiern ausgezeichnet aufnehmen kann, kann ein deutlich geringerer Teil der Proteine aus Linsen gewonnen werden. Die Bioverfügbarkeit verschiedener Stoffe schwankt je nach Herkunft und Behandlung enorm.

Bei der Einnahme ist zudem zu beobachten, dass verkapselte Pflanzenpulver eine höhere Bioverfügbarkeit aufweisen, da die Kapsel der Zerstörung der Wirkstoffe durch Magensäure entgegenwirkt.

Positive Einflussfaktoren:

  • Starke Verkleinerung
  • Hoher Fettgehalt
  • Geringe Hitzeeinwirkung
  • Verkapselung

Negative Einflussfaktoren:

  • Geringer Fettanteil
  • Nur grobe Verkleinerung
  • Hohe Hitzeeinwirkung
  • Hoher Proteingehalt

Abschließende Worte zu sekundären Pflanzenstoffen

Wer langfristig seine Gesundheit aufrechterhalten möchte, sollte den Anteil an pflanzlicher Nahrung erhöhen. Vieles deutet darauf hin, dass die enthaltenen Wirkstoffe die Entstehung zahlreicher Krankheiten verhindern können. Auch wenn sekundäre Pflanzenstoffe seit über 20 Jahren intensiv erforscht werden, geben sie uns noch immer viele Rätsel auf. Das genaue Wechselspiel zwischen Einnahme und Wirkung ist noch nicht final geklärt und es erwarten uns in der Zukunft viele spannende Forschungsergebnisse.

by Alex Holzhammer

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